Predigt am Ostermontag 13. April 2020 von Pfarrerin Gudrun Ederer

Anmerkung: Diese Predigt wurde von mir bereits vor der Corona-Krise für eine Veröffentlichung verfasst.

 

I. Verschlossene Türen

Ich stehe vor der Tür und versuche verzweifelt, sie zu öffnen. Ich ziehe und ziehe, aber sie rührt sich nicht. Der Türknauf lässt sich drehen, abgeschlossen ist sie also nicht. Ich versuche es mit Kraft und ganz sanft. Nichts tut sich. Da kommt jemand von der anderen Seite der Tür und öffnet sie für mich. Ich hätte einfach nur drücken müssen….

 

II. An Ostern öffnen sich die Türen ins Leben

An Ostern öffnen sich die Türen ins Leben. Reicht da meine Kraft, meine Fantasie, mein Verstand, um den auferstandenen Christus zu erfassen? Öffnet sich da eine Tür? Lebt Jesus wirklich, auch jetzt noch? Dass diese Fragen gar nicht so schnell und eindeutig mit einem freudigen „ja“ beantwortet werden können, zeigt uns Lukas in seinen Ostergeschichten. Ganze drei Anläufe schildert er, bis es die Jünger Jesu wirklich begreifen: Jesus Christus lebt.

Die Frauen, die am Ostermorgen ans Grab kommen, finden es offen und leer. Die Engelsbotschaft „der Herr ist auferstanden, er lebt“ macht ihnen Beine. Aber die Jünger, denen die Frauen diese Botschaft verkünden, glauben ihnen nicht.

Dann erscheint Jesus selbst zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Ihnen brennt das Herz, als er unerkannt mit ihnen redet, ihnen die Schrift öffnet und ihre Trauer aufnimmt. Nun glauben zu den Frauen noch zwei weitere Jünger- aber immer noch nicht alle.

Schließlich erscheint Jesus den elf Jüngern und allen, die noch bei ihnen sind, in Jerusalem. Davon erzählt der heutige Predigttext, Lukas 24, 36-45: [...]

 

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Predigt zum Karfreitag 2020 - Text: 2. Kor. 5, 19-21 von Pfarrerin Gudrun Ederer

Das Kreuz – Anstoß oder Trost?

Das Kreuz ist ein Zeichen. Wofür? Die einen sagen: für den Tod, die anderen sagen: für das Leben.

Die einen sagen: Es ist eine Zumutung, einen Gefolterten am Kreuz hängen zu sehen. Die anderen sagen: Dieser Anblick gibt mir Trost. Gott kennt auch mein Leiden und meine Not. Das ist wichtig, gerade in diesen Wochen, in denen das Leben still zu stehen scheint.

 

Der Karfreitag ist auch der „Gute Freitag“

Die beiden Deutungen des Kreuzes Jesu spiegeln sich auch in den Namen für den heutigen Tag wieder: Es ist zum einen der Tag der Klage über das Leid und das Leiden. Diese Bedeutung ist uns vertraut. „Kara“ heißt „trauern, klagen“. Und zum Trauern und Klagen gibt es in diesen Wochen ja auch allen Grund. Wie viel Leid ist durch das Virus über die Menschheit gekommen! Wie viele Tote sind schon zu beklagen!

Aber nun hat der Karfreitag noch einen anderen Namen: „Guter Freitag“ nennt ihn Martin Luther und die Reformation. Auch im englischen Sprachgebrauch heißt der Karfreitag „Good Friday“, guter Freitag. Das überrascht.

Diese zwei Bedeutungen finde ich in zwei Fragen zugespitzt: „Woran sterben wir?“ fragt der Karfreitag. Und: „Wovon leben wir?“ fragt der „Gute Freitag“. Ich merke, dass beides untrennbar zusammengehört. Zwei Fragen stellt dieser Tag und es antwortet der Karfreitag: „Wir sterben daran, dass wir uns abwenden von Gott“ Und es antwortet der Good Friday: „Wir leben davon, dass Gott uns aufsucht und nicht aufgibt.“ Luther beschreibt es so: Wir laufen weg vor Gott, wenden uns ab von der Quelle des Lebens und „er läuft uns nach, durch alles Leiden wie durch ein Feuer.“

Der Gute Freitag betont: Gott lässt nicht ab von uns. Er überwindet alle Entfremdung und alle Trennung von Gott. Er wendet sich denen zu, die zweifeln und die verzweifeln. Denen das Alleinsein in diesen Wochen zusetzt. Die sich Sorgen machen um ihre Angehörigen. Deren Nerven blank liegen, weil sie auf einmal viel zu eng mit der Familie zusammen sind und es immer wieder zu Streit kommt. Denen wendet Gott sich zu. Er will ihnen zeigen: Ich bin euch nahe. Auch in schweren Zeiten.

Und das lässt er sich etwas kosten. [...]

 

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