Was für eine wundervolle Welt!

Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139, 14), so lautet der Monatsspruch für August.


Was für eine wundervolle Welt! – „What A Wonderful World“, singt Louis Armstrong. Wer kennt ihn nicht, den Trompeter und Sänger mit der kratzigen Stimme, dem ansteckenden Lachen und den großen Augen? Für ihn wurde der Song „What A Wonderful World“ geschrieben und im Jahr 1968 veröffentlicht. Es ist eine unruhige Zeit in den USA, der Vietnamkrieg tobt und die Bürgerrechtsbewegung verschafft sich Gehör. Es geht um die Abschaffung der Rassentrennung. Wie aktuell ist dieses Thema im Jahr 2020 mit „Black Lives Matter“ immer noch! Es ist erschreckend, wie allgegenwärtig Rassismus nicht nur in den USA ist. Und wie vor über 50 Jahren gehen auch heute noch viele Menschen gegen Rassismus auf die Straße.Aber Louis Armstrong singt: Was für eine wundervolle Welt. Ist das nicht naiv, angesichts von hunderttausenden Corona-Toten auf der Welt, angesichts des Klimawandels, angesichts von Gewalt, Armut und Hunger? Armstrong will vom Guten singen. Das beeindruckt mich, denn wir sehen das Gute manchmal ja gar nicht. Was sieht er?

 

Die Bäume grünen und die roten Rosen blühen – für dich und für mich! Ich sehe den blauen Himmel und weiße Wolken, den strahlenden, gesegneten Tag und die dunkle, heilige Nacht. Und ich denke so bei mir: Was für eine wundervolle Welt.Tag und Nacht. Licht und Dunkelheit. Gottes gute Schöpfungsordnung. Zeit zum Ausruhen, Zeit zum Arbeiten, Zeit für das menschliche Miteinander. Tag und Nacht, gesegnet und geheiligt. Einfach zum Staunen, so ein Nachthimmel voller Sterne. Einfach zum Träumen, so ein Blick in die Schäfchenwolken am blauen Himmel!

 

Die Farben des Regenbogens, so hübsch am Himmel, sie spiegeln sich in den Gesichtern der Menschen, die vorbeigehen. Ich sehe Freunde Hände schütteln. Sie sagen: Wie geht’s? Dabei meinen sie eigentlich: Ich liebe dich! Der Regenbogen: Ein Hoffnungszeichen. Gott hat ihn dem Noah geschenkt als Zeichen seiner Treue. Nicht nur: Auf Regen folgt Sonnenschein, sondern auch: Was auch geschieht, Gott ist immer da. Die Farben des Regenbogens, sie sind Zeichen der Buntheit, der Vielfalt. Die Friedensbewegung hat sich das auf die Fahnen geschrieben wie auch Greenpeace oder die Bewegung der Lesben und Schwulen.

 

Die Farben des Regenbogens spiegeln sich in den Gesichtern der Menschen. Und das gelingt auch vielerorts: Gegenseitige Akzeptanz. Vielfalt menschlichen Zusammenlebens, egal welcher Hautfarbe, egal welcher sexueller Orientierung. Und wenn wir uns die Hände reichen und fragen: Wie geht’s, dann ist das nicht nur eine Floskel, sondern dann haben wir echtes Interesse aneinander. Wir lassen einander spüren: Ich mag dich.

 

Ich höre Babies weinen, ich schaue ihnen beim Aufwachsen zu. Sie werden viel mehr lernen als ich jemals weiß. Und ich denke so bei mir: Was für eine wundervolle Welt! Welch ein Wunder ist ein Kind! Wie schnell es anfängt zu begreifen! Was wird es alles lernen? Wie werden sich Technik und Wissen entwickeln? Hätte sich Louis Armstrong vorstellen können, wie man jetzt dank Internet auch in der Krise weltweit vernetzt sein kann und mit Video-Konferenzen Verbindungen schafft und aufrechterhält? Was wird die nächste Generation wissen, was wir uns gar nicht vorstellen können? Die Welt ist wunderbar. Man kann das Lied naiv nennen. Man kann es auch visionär nennen. Das Leben ist jetzt schon schön – und es wird noch viel schöner werden. Diese frohe Botschaft finden wir auch in der Bibel in den Hoffnungsbildern der Propheten und der Offenbarung, im Leben von Jesus, der uns Gottes Liebe bringt. Das Beste kommt noch!

 

Vor einem TV-Auftritt sagte Louis Armstrong: „Einige von euch jungen Leuten sagten zu mir: ‘Hey, Opa – was singst du da von einer wundervollen Welt? Siehst du nicht die Kriege überall? Sowas nennst du wundervoll!’ Hey, hört dem alten Opa für eine Minute zu: Es scheint mir, es ist nicht die Welt, die so schlecht ist, sondern was wir damit machen. Alles, was ich den Menschen sagen möchte, ist: Seht einmal, was für eine wundervolle Welt es wäre, wenn wir ihr nur eine Chance geben würden. Liebe, sage ich euch, meine Kinder, ja, Liebe ist das Geheimnis, das die Welt wunderbar sein lässt.”

 

Eine wundervolle, gesegnete Zeit wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Gudrun Ederer

Himmelfahrt ist sowas wie Pubertät für Fortgeschrittene

Pubertät ist die Reifezeit, in der nicht nur die betroffenen Jugendlichen, sondern auch ihre Eltern ganz schön durchgeschüttelt werden.

Manche behaupten ganz trocken: Pubertät sei die Zeit, in der Eltern schwierig werden.

Vielleicht hat Jesus selbst das auch manchmal so gesehen.

Zum Beispiel als er 12 Jahre alt war und nicht -wie seine Eltern dachten- mit seinen Verwandten vom Passafest in Jerusalem nach Hause lief, sondern zurückblieb in Jerusalem, weil er es dort viel aufregender und für sich stimmiger empfand.

Drei Tage lang suchten ihn seine Eltern verzweifelt. Schließlich fanden sie ihn im Tempel unter den Lehrern. Dort staunten alle, was für schlaue Fragen er stellte und wie klug er antwortete.

Seine Mutter aber fuhr ihn an: „Kind, warum hast du uns das angetan? Sieh doch: Dein Vater und ich haben dich verzweifelt gesucht!“

Er antwortete ihnen: „Wieso habt ihr mich gesucht? Habt ihr denn nicht gewusst, dass ich bei meinem Vater sein muss?“ Aber sie begriffen nicht, was er da zu ihnen sagte. (Lukas 2,41ff)

 

Ganz schön durchgeschüttelt wurden auch jene Männer und Frauen rund 20 Jahre später, die Jesus nachgefolgt waren. Sein grausamer Tod am Kreuz, seine Auferstehung und die Freude über diese unglaubliche Wendung des Lebens und dann seine Himmelfahrt -

es war nicht leicht, das alles zu verarbeiten und dabei den Überblick zu behalten.

Nach allem, was sie mit Jesus erlebt hatten, mussten sie ihn nun endgültig loslassen.

Ihr Glaube an Jesus sollte erwachsen werden und eigenständig gelebt werden.

 

In der Apostelgeschichte des Lukas klingt dieses Loslassen an:

„Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr Kraft empfangen.

Dann werdet ihr meine Zeugen sein –in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und bis ans Ende der Erde.«

Nach diesen Worten wurde er vor ihren Augen emporgehoben.

Eine Wolke nahm ihn auf, sodass sie ihn nicht mehr sehen konnten.

Die Apostel starrten wie gebannt zum Himmel, während er verschwand.

Und sieh doch: Da standen zwei weiß gekleidete Männer bei ihnen.

Die sagten: »Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel?

Dieser Jesus wurde aus eurer Mitte in den Himmel aufgenommen…«

Danach kehrten die Apostel vom Ölberg nach Jerusalem zurück.

(Apostelgeschichte 1,8-12)

 

Zwei Boten Gottes zeigten den Aposteln, die gebannt zum Himmel starrten, den Weg in ihr Leben: »Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel?«

 

Mit anderen Worten: Sie sollten nicht in ihrer Trauer über seinen Weggang gefangen bleiben. Die Botschaft, das Evangelium von Jesus Christus, sollte unter die Leute.

Von Jesus sollten sie erzählen und davon, wie der Glaube an ihn sie verändert hat.

Erzählen sollten sie von der unendlich großen Liebe Gottes zu allen Menschen, die sie in Jesus erfahren haben. Er hatte es ihnen vorgelebt.

Auch jetzt, wo Jesus nicht mehr unter ihnen war, sollten sie diese Botschaft weitersagen.

Himmelfahrt als Pubertät für Fortgeschrittene!

 

Es geht den Jüngern damals nicht anders wie uns heute:

Auch wir müssen Jesus loslassen. Er lässt sich nicht halten.

Was die Bibel über ihn erzählt, soll durch uns hindurch und dann hinaus in die Welt.

Christi Himmelfahrt konfrontiert uns und unseren Glauben mit einer tiefgreifenden Entwicklungsaufgabe.

Dann erkennen wir, dass Jesus sich nicht auf sein Lebenswerk und auch nicht auf seinen Tod und seine Auferstehung begrenzen lässt.

Wir müssen Jesus loslassen und verlieren, damit er in uns wirksam wird.

 

Diese neue Selbständigkeit besteht jedoch nicht darin, seinen Glauben hinter sich zu lassen und ohne Gott leben zu wollen. Vielmehr gilt es, den Glauben immer wieder neu ins Leben zu holen und ihn mit Leben zu füllen.

Das geht nicht, ohne dass ich mich selbst immer wieder verändere.

Und auch mein Glaube wird sich immer wieder verändern und mitwachsen, um authentisch zu bleiben.

Was mich nicht durchdringt, trägt auch nicht. Und was mich nicht trägt und in mir lebendig ist, gibt auch anderen keinen Halt.

 

So sieht die Bibel uns Menschen:

Unser Körper mit all seinen Macken und Krankheiten ist wie ein Tempel, in dem Gott wohnt. Dass Gott in uns ist und mit uns lebt, wird möglich und erfahrbar, weil der auferstandene Herr diese Erde verlassen hat.

40 Tage nach Ostern feiern wir an Christi Himmelfahrt, dass der auferstandene Christus diese Erde verlassen hat, um uns neu und für alle Zeit nahe zu sein.

Diese „neue“ Nähe Gottes in der Gemeinschaft mit allen Christinnen und Christen auf der ganzen Welt feiern wir dann 50 Tage nach Ostern, an Pfingsten.

 

Deshalb sind wir auch in dieser Zeit nicht von Gott verlassen.

Er ist in uns, damit wir reifen können.

Er ist in uns, damit wir das entfalten können, was Jesus vorgelebt hat und was Gott in uns hineingelegt hat.

Er ist in uns, damit wir in ihm einen Halt haben können und nicht zerbrechen an den Widrigkeiten unseres Lebens und allem, was uns oder diese Welt zu zerreißen droht.

 

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen

ein gesegnetes Himmelfahrtsfest und ein erfülltes Pfingstfest.

 

Ihr

Pfarrer Uwe Haag

Pfarramt Künzelsau IV Taläcker

Gott loben mit Pauken und mit Saitenspiel

Die gute Nachricht heißt: Gottesdienste dürfen wieder gefeiert werden. Mit strengen Hygieneauflagen und begrenzten Besucherzahlen. Aber am gewohnten Ort: in der Kirche, im Gemeindesaal.  Wie wichtig das für uns Menschen ist, das wurde in den letzten Wochen sehr deutlich. Denn immer wieder waren Äußerungen zu hören wie diese: „Können denn nicht wenigstens die Kirchen offen sein? Dass man hineingehen kann; eine Kerze anzünden; beten. Vielleicht spielt auch gerade jemand Orgel. Das wäre so wohltuend. Gerade jetzt!“

 

Möglicherweise ist so Manchem erst in dieser Zeit der geschlossenen Kirchen so richtig bewusst geworden, wie groß doch das Bedürfnis ist, einen Ort zu haben, von dem sagen: das ist Gottes Haus! Da fühle ich mich Gott nahe; dann kann ich mit ihm sprechen und zur Ruhe kommen.

 

Besonders groß ist dieses Bedürfnis oft dann, wenn tiefgreifende Veränderungen anstehen – erfreuliche oder erschreckende. Eine Trauung in der Kirche ist noch einmal etwas anderes, als die auf dem Standesamt. Und in der Krise suchen Zuflucht bei dem Gott, von dem wir sagen, bei ihm ist unser Leben in guten Händen.

 

Ein Ort der Gottesbegegnung; ein Haus für Gott: unsere Kirchen sind nicht wegzudenken aus dem Bild unserer Städte und Dörfer. Oft sind sie prachtvolle Zeugnisse gelebten Glaubens durch die Jahrhunderte hindurch und über die Grenzen von Konfessionen und Religionen hinweg.

 

An diesem Sonntag werden wir in unseren Gottesdiensten an einen Mann erinnert, der vor etwa 3000 Jahren gelebt hat. Salomo heißt er und er war der dritte König in Israel. Schon sein Vater David hatte die Absicht, Gott ein Haus, einen Tempel zu bauen. Doch Gott bremst seinen Eifer. Erst muss dein Haus gebaut werden. Erst musst du als König einen sicheren Stand haben und Nachkommen, die dein Werk fortführen. Und als das der Fall ist, da darf sein Sohn Salomo den Traum des Vaters Wirklichkeit werden lassen. Er baut den ersten Tempel in Jerusalem.

 

Kernstück dieses Tempels ist die Bundeslade; in ihr liegen die Tafeln mit den 10 Geboten. So ist sie das wichtigste Symbol für immerwährende Gegenwart Gottes und seine unverbrüchliche Treue zu seinen Menschen.

 

Und endlich ist es so weit: der fertige Tempel kann mit einem Gottesdienst eingeweiht werden. Der erste Gottesdienst im Haus Gottes nach so langer Wartezeit. Mit Pauken und Trompeten, mit Zimbeln und mit Saitenspiel lobt die versammelte Gemeinde Gott. Und Gott zeigt seine Gegenwart in Gestalt einer Wolke. So hat er schon lange zuvor die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste begleitet. So haben sie seine tröstliche Nähe erfahren.

 

Auch bei uns ist es ab diesem Wochenende endlich so weit: es dürfen wieder Gottesdienste gefeiert werden. In unseren Kirchen und Gemeindehäusern. Nach langem Warten und ungewissem Fragen. Das ist gute Nachricht in diesen Tagen. Und ich freue mich auf den Tag, an dem wir dann auch wieder Gott loben dürfen mit Saiten und Trompeten – und mit dem Gesang unserer Stimmen. 

 

Pfarrerin Irmtraut Riedel

Ein kirchliches Wort des Dekans des Kirchenbezirks Künzelsau zur Corona-Pandemie

Wir leben gerne. Soeben will der Frühling unsere Seelen ins Heitere führen. Doch der schöne Schein wird durch die immer gefährlicher werdende Corona-Pandemie getrübt. Von dieser ist unser aller Leben betroffen und bedroht. Und auf einmal folgt unser Leben und unsere Gesellschaft einem anderen Rhythmus: Nicht mehr das gemeinsame öffentliche Leben zählt, sondern ein Leben im achtsamen Abstand voneinander. Auch wir Kirchen sind hier in der Pflicht: Bis auf weiteres finden keine Gottesdienste, keine Taufen, keine Hochzeiten und keine Konfirmationen mehr statt. Ebenso sind alle Pfarrämter und Gemeindehäuser für die Öffentlichkeit geschlossen, dies gilt auch für die Beratungsstellen unserer Diakonie, ebenso für die Tafelläden des Kreisdiakonieverbands Hohenlohekreis. Einzig Bestattungen im kleinsten Familienkreis dürfen noch sein, und auch das nur unter Gottes freiem Himmel.


Himmel, das ist das Stichwort, welches uns in den kommenden Tagen als Weggeleit dienen soll. Denn Himmel und Passionszeit gehören untrennbar zusammen. Wir alle wollen in den Himmel kommen, aber zunächst wollen wir hier auf Erden ein gutes Leben führen. So lehrt eine alte Kirchenweisheit, dass unser ganzes Leben ein Gottesdienst sein soll. Ein Christ dient Gott, indem er ihn ehrt und liebt, und dann seinen Nächsten auch. Dieser alltägliche Gottesdienst zeigt sich in diesen besonders schweren Corona-Tagen darin, dass wir unser Leben vor Gott neu bedenken und ordnen. Jeder für sich, etwa im Gebet, immer dann, wenn die Kirchenglocken läuten. Buße sagte man hierzu früher. Dafür eröffnet uns das staatlich verordnete Kontaktverbot Zeit und Gelegenheit.


Und wenn wir ehrlich sind, erkennen wir: So schön die Welt mit ihrem Frühlingserblühen und unser Leben sind, beides ist unvollkommen, mit Fehlern behaftet. Jede Krankheit lehrt uns das, besonders die Corona-Krise. Deswegen sagt der dänische Philosoph Søren Kierkegaard: Wir Menschen leiden letztlich an der Krankheit zum Tode. Das in seiner Seele würdig zu bedenken, hilft uns die gegenwärtige Passionszeit. In dieser wird Jesus Christus als der Leidende betrachtet und von Paul Gerhardt wie folgt besungen:


O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn. O Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist du mir. 
(EG 85,1)


Das Leid vor Augen, lehrt ein altes Sprichwort: Not lehrt beten. So wollen wir es als Kirche und Christen miteinander halten, nicht nur in diesen Tagen, in diesen aber besonders: Beten für die Kranken, dass sie gesunden mögen, für die Sterbenden, dass ihnen Christus im Jüngsten Gericht gnädig sei und sie zur himmlischen Glückseligkeit erwecke. Solches zu beten, kann jeder von uns tun, auch wenn unsere Kirchen zurzeit geschlossen bleiben müssen. Und siehe da, auf einmal kommt im Gebet der Himmel in unser Leben. Denn alles Leid ist von Christus mit seiner Passion und Kreuzigung getragen. Deswegen ist kein Mensch in Krankheit, Not und Tod von Gott vergessen. Der Pfarrer und leiderfahrene Liederdichter Paul Gerhardt hat dies einst wie folgt besungen:

Ich hang und bleib auch hangen, an Christus als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell. (EG 112, 6)


Da wir Christen immer durch die Taufe Gesellen Jesu Christi sind, finden wir uns als Kirche mit der Krankheit zum Tode nicht ab. Das gilt auch für die Corona-Pandemie. Darum danken wir Gott im Gebet für all die Wissenschaftler, Mediziner und Virologen, die die verheerende Lungenkrankheit Covid 19 zu heilen suchen. Und wir erbitten hierbei Gottes Segen für ihr Forschen. Denn als Christen wissen wir, dass Leid n

icht sein soll. Deswegen helfen wir einander. Darum gebührt all denen unser aufrichtiger Dank, die uns vor Leid schützen oder es lindern, wenn wir erkrankt sind: den Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern, den Sanitätern und Polizisten, den Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk, den Behörden und Verwaltungen und auch unseren Politikern, die um unseres zukünftigen Wohles willen unser gegenwärtiges Wohl einschränken. Aufrichtiger Dank führt aber ins Denken. Wahrhaftiges Denken und Danken rührt immer an den Himmel. So können wir dankbar und hoffnungsvoll beten:


Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Gott befohlen

Ihr

Dekan Dr. Friedemann Richert,
Evang. Kirchenbezirk Künzelsau