Willkommen in der Evang. Kirchengemeinde Künzelsau

Auf diesen Seiten wollen wir Ihnen einen Überblick über die vielfältigen Gottesdienste und Aktivitäten der Evangelischen Kirchengemeinde Künzelsau geben.

Bitte sprechen Sie uns bei Fragen und Wünschen gerne an. 

Ein kirchliches Wort des Dekans vom Kirchenbezirk Künzelsau zur Corona-Pandemie

Wir leben gerne. Soeben will der Frühling unsere Seelen ins Heitere führen. Doch der schöne Schein wird durch die immer gefährlicher werdende Corona-Pandemie getrübt. Von dieser ist unser aller Leben betroffen und bedroht. Und auf einmal folgt unser Leben und unsere Gesellschaft einem anderen Rhythmus: Nicht mehr das gemeinsame öffentliche Leben zählt, sondern ein Leben im achtsamen Abstand voneinander. Auch wir Kirchen sind hier in der Pflicht: Bis auf weiteres finden keine Gottesdienste, keine Taufen, keine Hochzeiten und keine Konfirmationen mehr statt. Ebenso sind alle Pfarrämter und Gemeindehäuser für die Öffentlichkeit geschlossen, dies gilt auch für die Beratungsstellen unserer Diakonie, ebenso für die Tafelläden des Kreisdiakonieverbands Hohenlohekreis. Einzig Bestattungen im kleinsten Familienkreis dürfen noch sein, und auch das nur unter Gottes freiem Himmel.



Himmel, das ist das Stichwort, welches uns in den kommenden Tagen als Weggeleit dienen soll. Denn Himmel und Passionszeit gehören untrennbar zusammen. Wir alle wollen in den Himmel kommen, aber zunächst wollen wir hier auf Erden ein gutes Leben führen. So lehrt eine alte Kirchenweisheit, dass unser ganzes Leben ein Gottesdienst sein soll. Ein Christ dient Gott, indem er ihn ehrt und liebt, und dann seinen Nächsten auch. Dieser alltägliche Gottesdienst zeigt sich in diesen besonders schweren Corona-Tagen darin, dass wir unser Leben vor Gott neu bedenken und ordnen. Jeder für sich, etwa im Gebet, immer dann, wenn die Kirchenglocken läuten. Buße sagte man hierzu früher. Dafür eröffnet uns das staatlich verordnete Kontaktverbot Zeit und Gelegenheit.


Und wenn wir ehrlich sind, erkennen wir: So schön die Welt mit ihrem Frühlingserblühen und unser Leben sind, beides ist unvollkommen, mit Fehlern behaftet. Jede Krankheit lehrt uns das, besonders die Corona-Krise. Deswegen sagt der dänische Philosoph Søren Kierkegaard: Wir Menschen leiden letztlich an der Krankheit zum Tode. Das in seiner Seele würdig zu bedenken, hilft uns die gegenwärtige Passionszeit. In dieser wird Jesus Christus als der Leidende betrachtet und von Paul Gerhardt wie folgt besungen:


O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn. O Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist du mir. 
(EG 85,1)


Das Leid vor Augen, lehrt ein altes Sprichwort: Not lehrt beten. So wollen wir es als Kirche und Christen miteinander halten, nicht nur in diesen Tagen, in diesen aber besonders: Beten für die Kranken, dass sie gesunden mögen, für die Sterbenden, dass ihnen Christus im Jüngsten Gericht gnädig sei und sie zur himmlischen Glückseligkeit erwecke. Solches zu beten, kann jeder von uns tun, auch wenn unsere Kirchen zurzeit geschlossen bleiben müssen. Und siehe da, auf einmal kommt im Gebet der Himmel in unser Leben. Denn alles Leid ist von Christus mit seiner Passion und Kreuzigung getragen. Deswegen ist kein Mensch in Krankheit, Not und Tod von Gott vergessen. Der Pfarrer und leiderfahrene Liederdichter Paul Gerhardt hat dies einst wie folgt besungen:

Ich hang und bleib auch hangen, an Christus als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell. (EG 112, 6)


Da wir Christen immer durch die Taufe Gesellen Jesu Christi sind, finden wir uns als Kirche mit der Krankheit zum Tode nicht ab. Das gilt auch für die Corona-Pandemie. Darum danken wir Gott im Gebet für all die Wissenschaftler, Mediziner und Virologen, die die verheerende Lungenkrankheit Covid 19 zu heilen suchen. Und wir erbitten hierbei Gottes Segen für ihr Forschen. Denn als Christen wissen wir, dass Leid nicht sein soll. Deswegen helfen wir einander. Darum gebührt all denen unser aufrichtiger Dank, die uns vor Leid schützen oder es lindern, wenn wir erkrankt sind: den Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern, den Sanitätern und Polizisten, den Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk, den Behörden und Verwaltungen und auch unseren Politikern, die um unseres zukünftigen Wohles willen unser gegenwärtiges Wohl einschränken. Aufrichtiger Dank führt aber ins Denken. Wahrhaftiges Denken und Danken rührt immer an den Himmel. So können wir dankbar und hoffnungsvoll beten:


Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Gott befohlen

Ihr

Dekan Dr. Friedemann Richert, Evang. Kirchenbezirk Künzelsau